Auf Ansprüche aus dem Handelsvertretungsverhältnis  sowie aus Anlass seiner Beendigung gilt die allgemeine dreijährige Verjährungsfrist des § 195 BGB. Sie beginnt mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist und der Gläubiger von den anspruchsbegründenden Tatsachen Kenntnis erlangt hat. Zum 31.12.2019 verjähren sämtliche Ansprüche aus dem Zeitraum 01.01. bis 31.12.2016. Diese gesetzliche Verjährungsfrist kann vertraglich abgekürzt werden.

Deshalb  sollten Sie mit dem nahenden Jahresende Bilanz ziehen und Ihre Ansprüche auf Provision oder Ausgleichsanspruch prüfen. Zuvor sollten Sie einen Blick in Ihre Verträge werfen, damit Sie wissen, ob die Verjährungsfrist verkürzt wurde, z.B. auf 1 Jahr . Prüfen Sie rechtzeitig vor Jahresende Ihre Provisionsabrechnungen der letzten vier Jahre (ab dem 01.01.2016) eingehend. Hat ein vertretenes Unternehmen im Jahr 2016 z.B. in den Provisionsabrechnungen Kürzungen für Gutschriften oder Reklamationen vorgenommen? Damit Sie in 2016 unberechtigt gekürzte Provisionen noch durchsetzen können, müssen Sie diese bis spätestens 31.12.2019 gerichtlich geltend machen. Denn ist die Verjährung eingetreten, kann das Unternehmen die Einrede der Verjährung erheben. Dann können Sie Ihre Ansprüche nicht mehr durchsetzen.

Für Fragen zur Verjährung, offenen Provisionen oder gekürzten Provisionen stehen Ihnen die Juristinnen unserer Geschäftsstelle gern zur Verfügung.